Ist für viele ein stressiger Alltag schon normal geworden?

 

24 Stunden am Tag sind wir erreichbar – das ist eben heutzutage so. Oder sollten wir eine Art Unerreichbarkeit zu einem wertvollen Maßstab werden lassen?

Und warum sind wir immer im Stress? Ist es für viele schon normal geworden einen stressigen Alltag zu haben?

Auffällig an entspannten Menschen ist, dass sie scheinbar mit einer unglaublich beeindruckenden Art der Gelassenheit Beruf- und Privatleben meistern. Es scheint so, als wären sie stressresistent und lösen Probleme mit einem Lächeln. Was machen solche Menschen um so gelassen und entspannt zu sein? Gibt es einen Weg sich gegen Stress zu schützen? Und wenn ja, wie?

 

Zuerst einmal schauen wir uns an, was Stress ist, wie er ausgelöst wird und was er mit uns und unserem Körper macht.

Stress (lat. Stringere = anspannen; engl. für Druck, Anspannung) ist eine natürliche körperliche Reaktion auf psychische oder körperliche Belastungen, eine Anspannung des ganzen Organismus.

Stress dient dazu, beispielsweise in Gefahrensituationen, kurzfristig unsere Leistungsbereitschaft zu erhöhen. Treten solche Belastungssituationen weniger häufig auf, ist Stress auch nicht schädlich für unsere Gesundheit. In manch solcher Situationen spricht man auch von positivem Stress.

Der Körper wird in eine Art Alarmbereitschaft versetzt und auf die Bewältigung einer Situation vorbereitet. Unser Gehirn sorgt in Bruchteilen von Sekunden dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden, die i.d.R. unsere Atemfrequenz und den Puls erhöhen lassen und den Organismus reaktionsbereit macht.  Dieser Ablauf unseres Körpers bleibt ohne langfristige Folgen für unseren Körper.

Dauerstress hingegen hat negative Auswirkungen auf nahezu alle unsere Organsysteme.

 

Jeder erlebt hin und wieder Stress und weiß, was damit gemeint ist. Aber wie entsteht er und was geht dabei in unserem Körper vor sich?

Meist denken wir an Stress als Faktor, der Krankheiten begünstigt. Die Stressreaktion ist aber im Grunde etwas ganz anderes und hat verschiedene Faktoren, die Stress auf uns ausüben können:

  • Psychische Faktoren, wie Angst, Leistungs- und Zeitdruck oder Sorgen gehören zu den häufigsten Stressauslösern. Ein schlechtes Zeitmanagement, zu hohe Erwartungen an sich selbst, „nur noch schnell-Einstellungen“, nicht „nein“ sagen können“, alles richtig machen und gefallen wollen. Die Liste ist endlos.
  • Physische Faktoren: dazu zählen beispielsweise Krankheiten, die unseren Körper belasten, Schlafmangel, aber auch eine ungesunde und nährstoffarme Ernährung
  • Auch externe Faktoren, wie große Hitze im Sommer, laute Geräusche und Lärm können Stress in uns auslösen

Alles das kann uns bewusst, aber auch unbewusst belasten und wir schleppen es jeden Tag mit uns mit, ähnlich wie einen zu voll gepackten Rucksack. Natürlich ist nicht jedes Gepäck gleich. Der eine kann einen größeren Rucksack tragen und empfindet es als weniger Stress als andere, die schon bei kleineren Erlebnissen stark unter Stress stehen.

 

Wie wirkt sich Stress auf unseren Körper aus?

Erst wenn Stress im Übermaß auftritt und der Organismus keine ausreichende Möglichkeit zur Entspannung hat, wird er zum Gesundheitsrisiko. Die Auswirkungen einer lang andauernden Stresssituation spiegeln sich in nahezu allen Organsystemen wider:

  • Verdauungsprozesse werden gestört (Durchfall, Verstopfung)
  • Zusammensetzung der Darmflora kann sich verändern (v.a. bei „chronischem“ Stress)
  • Unruhe, Erschöpfung und anhaltende Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen
  • Gereiztheit
  • Dauerbelastung kann auch in Erschöpfungszuständen, Depressionen, Suchterkrankungen oder Burn-out münden
  • geschwächtes Immunsystem, was die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, wie Erkältungen oder Virus-Infektionen, erhöht
  • Muskelverspannungen, die oft Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen verursachen
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Nervosität
  • Schwindel
  • Lustlosigkeit
  • ….

 

Um einen stressfreieren Weg mit sich zu finden, ist es hilfreich zu wissen, welcher Stresstyp man ist.

I. der Einzelkämpfer

Er will keine Verantwortung abgeben, will überall dabei sein und ist sehr ehrgeizig. Ständig ´unter Strom stehen´ ist für ihn normal. Er muss lernen Pausen zu machen, bevor sein Körper ihn dazu lehrt.

II. der Ausgeglichene

Engagiert, aber anders als der Einzelkämpfer, setzt er auf die Zusammenarbeit mit anderen und schafft es rechtzeitig eine Pause einzulegen, wenn er merkt, dass der Stress über Hand nimmt. Diese Stresstypen schaffen es von ganz alleine, eine gesunde Balance zwischen Stress und Entspannung zu finden.

III. der Hilfsbereite

Um die Harmonie zu wahren, nimmt er Stress gern in Kauf und löst anfallende Probleme mit sich selbst. Er geht einigen Situationen lieber aus dem Weg, bevor es zu Auseinandersetzungen oder ungeplanten Herausforderungen kommen könnte. Um dem vorzubeugen, ist es wichtig „Nein“ sagen zu lernen und seine eigenen Bedürfnisse zu äußern.

IV. der Konservative

In sich ruhend und resistent gegen Stress – so lange, wie alles nach Plan verläuft. Unerwartete Geschehnisse, die Flexibilität erfordern, können diese Gelassenheit aus der Bahn werfen, verunsichern und Stress auslösen. Was helfen kann? Sich bewusst mit möglichen Veränderungen auseinandersetzen und neue Strukturen finden. Was ist in der neuen Situation anders und welche Auswirkungen hat es auf meine Pläne?

 

 

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft in der jedes freies Zeitfenster mit neuen Aufgaben gefüllt wird. Im Berufsleben hält sich der Verdacht, dass Stress ein gutes Zeichen für einen Mitarbeiter ist. Viel verdächtiger ist es, wen jemand längere Zeit einen entspannten und gelassenen Eindruck vermittelt. Doch genauso, wie Stress von jedem von uns anders bewertet werden kann, reagiert auch jeder anders darauf.

 

Unser Rat: Gesundheit ist das, was langfristig zählt. #SELFCARE und Verantwortung für einen bewussten Umgang dir gegenüber. Versuchen Stressfaktoren zu minimieren, eliminieren und aktiv zu werden einiges nicht mehr vor sich herzuschieben.  

Etwas Stress bzw. die richtige Art von Stress kann dir sogar helfen, motiviert zu bleiben und die Herausforderung zu meistern. 

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