Zöliakie – Fakten, Fakten, Fakten!

Lebensmittelunverträglichkeiten haben eine zentrale Rolle eingenommen und beeinflussen den Alltag hunderttausender – Tendenz steigend!

Wir möchten unseren Teil beitragen und das Leben vieler Betroffener erleichtern. Denn neben der ein oder anderen kulinarischen Herausforderung ist die gesellschaftliche Unwissenheit über Gluten und deren Auswirkungen bei Nichtbeachtung eine schmale Gratwanderung und eine mentale Belastung. Das Problem der kursierenden Mythen: Zöliakie wird von Außenstehenden oftmals nicht als Krankheit wahrgenommen. 

 

Was ist Zöliakie?

Zöliakie zählt zu der Gruppe der Autoimmunerkrankungen. Schuld dafür ist das Immunsystem. Dabei wird eine Immunreaktion im Darm ausgelöst, welche eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut hervorruft. Mit der Zeit wird die Darmschleimhaut so stark geschädigt, dass die Nahrung nicht mehr normal über den Darm ins Blut aufgenommen werden kann und schließlich die Rückbildung der Darmzotten zur Folge hat. Darmzotten sind für die schnelle Aufnahme der Nahrungsbestandteile vom Darm ins Blut notwendig. Als Folge der Zerstörung der Darmzotten nimmt die zur Verfügung stehende Fläche zur Nährstoffaufnahme ab und wird gestört, sodass es zu schweren Mangelerscheinungen kommen kann.

Ausgelöst wird sie durch das Klebereiweiß Gluten, welches in den unterschiedlichsten Getreidesorten vorkommt.

Wo ist das Klebereiweiß Gluten enthalten?

Wenn du die Diagnose Zöliakie erhältst, musst du auf folgendes verzichten:

– Weizen/ Weizenstärke

– Weizeneiweiß

– Gerste/ Gerstenmalz/ Gerstenmalzextrakt

– Roggen

– Hafer

– Dinkel

– Grünkern

– Bulgur

– Triticale

– Seitan

– Einkorn

– Emmer

– Kamut

 

 

Wie entsteht sie und was sind die Ursachen?

Zöliakie entsteht durch eine fehlgeleitete Abwehrreaktion des Immunsystems. Wie es zu dieser Abwehrreaktion kommt, ist bis heute nicht abschließend erforscht. Forscher vermuten, dass bei der Entstehung des Krankheitsbildes neben erblichen Faktoren maßgeblich exogene Einflüsse, wie die Ernährung, eine bedeutende Rolle spielen. Durch Ernährung kann nicht nur das Krankheitsbild sondern auch deren Entstehung beeinflusst werden. Studien besagen, dass 80-90% der Zöliakiebetroffenen untypische Symptome bis hin zu Symptomfreiheit aufweisen und die Erkrankung nicht oder teilweise sehr spät erkannt wird. Grundsätzlich gilt, dass die Krankheit altersunabhängig ist und im Kinds- sowie im Erwachsenenalter jederzeit ausbrechen kann.

Ein wahrscheinlicher Einfluss und bedeutsamer Risikofaktor wird bereits der Art und Weise der Säuglingsernährung zugesprochen, welche maßgeblich beeinflusst werden kann. Demzufolge erkrankten Menschen, die schon als Neugeborene mit glutenhaltiger Nahrung in Kontakt gekommen sind, häufiger an Zöliakie.

Wie verläuft die Diagnostik?

Bei Verdacht auf Zöliakie wird zuerst eine Blutuntersuchung vorgenommen. Die darin enthaltenen Antikörper geben die ersten Hinweise. Zu beachten ist dabei, dass die Diagnose vor der glutenfreien Ernährung erfolgt. Eine länger andauernde glutenfreie Diät erschwert die Diagnostik, da die Antikörper dadurch abgebaut werden und sich die Zöliakie so schlechter nachweisen lässt. Im nächsten Schritt wird eine Dünndarmbiopsie veranlasst bei der Gewebeproben entnommen werden.

Welche Symptome kennzeichnet die Zöliakie?

Zöliakie wird auch als Chameleon der Krankheiten bezeichnet, da die Symptome uneinheitlich und von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Sie reichen von kurzfristigen Erscheinungen in Form von Durchfall und Blähbauch bis hin zu langfristigen Beeinträchtigungen.

Gewichtsverlust, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Hautkrankheiten, Gelenkbeschwerden, Stimmungsschwankungen, Osteoporose und Nervenstörungen sind nur einige zusammenhängende Krankheitszeichen. Auch gibt es Zöliakiebetroffene bei denen die Krankheit nahezu symptomlos verläuft oder sie nur über geringe Beschwerden, wie Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, klagen.  

Mögliche Krankheitszeichen können Blähungen, Durchfall, Müdigkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Nährstoffmangel, Übelkeit, Wachstumsstörungen bei Kindern, Lebererkrankung mit teils leicht erhöhten Leberwerten, Hautentzündung mit juckenden rötlich erhabenen Bläschen,

Blutarmut, Zungenbrennen, Faulecken am Mund (aufgrund von Eisenmangel), Osteoporose, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Knochenschmerzen (aufgrund von Kalziummangel), Blutungen beispielsweise in der Haut (durch Vitamin-K-Magel), Nachtblindheit (durch einen Vitamin-A-Mangel), Schilddrüsenfunktionsstörungen, Entzündung der Nierenkörperchen, Gelenkbeschwerden, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Bewegungskoordinations- und Nervenstörungen sein. Die Aufzählung einiger Symptome verdeutlicht, weswegen man den Begriff Chameleon in Zusammenhang setzt.

Was bedeutet das für die Betroffenen?

Grundsätzlich gilt, dass eine streng glutenfreie Ernährung die einzige Therapiemöglichkeit für Zöliakiebetroffene darstellt! Die Unverträglichkeit gegen das Klebereiweiß Gluten bedeutend eine lebenslange Diät und dem damit verbundenem Verzicht auf die Nahrungsmittel, die Bestandteile der oben aufgeführten Inhaltsstoffe aufweisen.

Bei Einhaltung dieser Diät tritt eine Besserung der Symptome meist schon nach wenigen Tagen ein. Durch eine strenge glutenfreie Diät regeneriert sich die entzündete Darmschleimhaut und die Betroffenen leben in der Regel beschwerdefrei. Nichtsdestotrotz bedeutet die Diagnose eine strikte Umstellung seiner Ernährung und Lebensweise, denn schon bei kleinsten Glutenmengen setzt die Schädigung erneut ein.

Durch den Verzicht auf Gluten ergeben sich einige körperliche Vorteile. Entzündungen, die den Darm und das Immunsystem reizen und angreifen, können so reduziert werden. Die Darmzellen können sich zu einem guten Teil regenerieren und der Magen-Darm-Trakt sowie die Abwehrreaktion des Immunsystems beruhigt sich. Bei Einhaltung einer glutenfreien Diät, macht sich die gesundheitliche Verbesserung schnell bemerkbar.

Ein glutenfreies Leben stellt nicht selten einen massiven Einschnitt in die Ernährungsgewohnheiten dar und stellt Betroffene vorerst vor großen Herausforderungen. Wenn man sich jedoch mit dem Thema der glutenfreien Ernährung etwas genauer auseinandersetzt, merkt man schnell, wie abwechslungsreich diese sein kann.

Abwechslungsreich. Aufregend. Einfach. Lebhaft. Lecker. Versprochen!

 

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